Was ist Visualisation?

Im Zusammenhang mit der Mandala  – Meditation taucht bisweilen die Frage auf, was eigentlich Visualisation ist.
Es geht darum, sich einen Gegenstand, ein Zeichen oder eine Figur  bildhaft vorzustellen.
Das erscheint am Anfang recht schwierig, doch durch regelmäßiges Üben macht man bald Fortschritte. Am besten Du fängst mit einfachen Übungen an. Vielleicht kaufst du dir einen Apfel. Du legst ihn so vor dich, dass nicht allzu viele andere Gegenstände in deinem Blickfeld sind. Dann läst du deinen Blick einfach auf dem Apfel ruhen. Du kannst die die Form und die Farbe anschauen, oder seine Maserung bewundern. Der Apfel an sich ist ja ein Wunder der Natur. Wie sich die Farben Rot, Gelb und Grün mischen, ohne dass es zu farblichen Mißtönen kommt. Nach einigen Augenblicken schließt du die Augen und versuchst dich zu erinnern. Natürlich wird am Anfang vor deinem geistigen Auge kein Apfel entstehen, in seiner Form, dreidimensional und mit allen Farben. Aber durch tägliche Übungen wird das Bild eines Apfel immer deutlicher. Mit der Zeit kannst du dir einen Apfel vorstellen, ohne ihn in der äußeren Realität vorher anzuschauen.
Dann können die Gegenstände komplexer werden und du kannst zu einfachen Bildern übergehen. Wichtig ist, dass Du eine positive Einstellung zu dem hast, was du Dir vorstellen willst. Es muss wirklich Spaß machen.

 

Anbei noch ein Zitat, das ich gefunden habe.
Frage an Lama Thubten Yeshe: Was kann ich tun, wenn ich nicht visualisieren kann?
“Lama Yeshe: Die beste Meditation ist das Ruhen in Leerheit. Etwas visualisieren heißt einfach. Das Ding erscheint vor deinem inneren Auge. Kannst du mich sehen? Ja? Jetzt schließe die Augen.
Frage: Wenn ich die Augen schließe, kann ich sie nicht mehr sehen.
Lama Yeshe: Nicht mehr mit den Augen, aber du kannst dich sicher an mein Gesicht erinnern .Du denkst einfach an mich. Das ist mit Visualisation gemeint. Das reicht völlig.
Die Frage ist wichtig, darum möchte ich noch etwas hinzufügen. Vielleicht gibt es ein Problem mit den Begriffen. Vielleicht versteht ihr unter Bild nur das, was man mit den Augen, mit dem Gesichtssinn wahrnehmen kann.
Visualisierung im Tantra bezieht sich auf den ,,sechsten“ Sinn, auf das geistige Bewusstsein. Man meditiert nicht mit dem Sinnesorgan Auge oder einem der anderen der fünf Sinne. Wenn wir im Traum bestimmt Bilder sehen, hat das nichts mit den Augen zu tun. Es geht um den Geist, um geistige Erfahrung.”

(Zitat aus: Die Grüne Tara, weibliche Weisheit von Lama Thubten Yeshe.  Diamant-Verlag, Seite 54)


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