Die Entwicklung des Buddhismus

Nach dem Tod des Buddha Shakyamuni breitete sich die rasch über fast ganz Indien aus. Obwohl auf vier Konzilen versucht wurde, einer Aufsplitterung entgegenzuwirken, bildeten sich in den vierhundert Jahre vor unsere Zeitrechnung verschiedene Schulen heraus.
Etwa um die Zeitenwende entstand das Mahayana (skrt.; Großes Fahrzeug). Die frühen buddhistischen Schulen werden als Hinayana (skrt.; kleines Fahrzeug) bezeichnet. Im Hinayana strebt jeder Einzelne für sich die Erleuchtung an, wohingegen im Mahayana durch die meditative Praxis die Erlösung aller fühlenden Wesen angestrebt wird.

Vieles ist den beiden Hauptrichtungen der Entwicklung des Buddhismus gemeinsam: das Erkennen der Vier Edlen Wahrheiten, das Beschreiten des Achtfachen Pfades, die Einsicht in das Gesetz des bedingten Entstehens, die Lehre von der Leerheit (skrt. Shunyata) und das Befolgen des karmischen Gesetzes. Aber auch große Unterschiede. So geht das Hinayana davon aus, dass der Buddha nach seinem Tod für immer erloschen und daher nicht ewig sei.

Das Mahayana hingegen vertritt die Ansicht, der Buddha sei nicht der einzige Erleuchtete gewesen, es habe vielmehr frühere und werde auch zukünftige Buddhas geben. Diese Buddhas existieren in einer jenseitigen Welt außerhalb der Sechs Bereiche.
Weiterhin entstand die Lehre von den Drei Körpern (skrt.: Trikaya). Diese Lehre besagt, dass die Buddhas mit dem Absoluten eins sind und in der relativen Welt nur erscheinen, um allen fühlenden Wesen zu helfen.

Unter den Drei Körpern der Buddhas versteht man:

1. Dharmakaya (skrt.; Wahrheitskörper)
Im Dharmakaya sind die Buddhas eins mit Allem, was existiert. Sie sind jenseits der Zeit, ohne Anfing und ohne Ende, unterliegen somit keiner räumlichen Begrenzung.

2. Sambhogakaya (skrt.; Körper der Freude)
Im Sambhogakaya weilen die Buddhas in den “Reinen Ländern”, das sind die buddhistischen Paradiese. Buddha Amitabha zum Beispiel hält sich in seinem Paradies mit Namen Sukhavati auf.

3. Nirmanakaya (skrt.; Formkörper)
Im Nirmanakaya erscheinen die Buddhas in ihrer irdischen Form, so wie Buddha Shakyamuni oder Maitreya, der zukünftige Buddha. Er wartet in seinem Paradies Tushita auf seine Wiedergeburt auf der Erde, die in etwa 30 000 Jahren erwartet wird.

 

Das Mahayana entwickelte sich weiter, und etwa im 5. Jahrhundert u.Z. entstand das Vajrayana (skrt.; Diamant-Fahrzeug). Dies ist die tantrische Form des Buddhismus. Die Praktiken des Tantra gelten als der schnellste Weg zur Erleuchtung. Seine Lehren können aber auch missbraucht werden. Ihre Inhalte sind daher geheim und dürfen nur von einem Meister auf den Schüler übertragen werden. Da in der meditativen Praxis des Vajrayana das Rezitieren heiliger Silben (skrt.: Mantras) gebräuchlich ist, nennt man es auch Mantrayana.

 

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