Buddha Vajrapani (tib. Chagna Dorje)

Auf einem weißen Lotus erscheint der Bodhisattva Vajrapani. Er ist die erste zornvolle Erscheinung in der Bilderreihe. Vajrapani ist von tiefblauer Farbe und sein Mund ist weit aufgerissen, sodass die spitzen Reißzähne zu sehen sind. Sein Blick ist Schrecken erregend; Augenbrauen und Bart sind kleine Flammenzungen, und seine Haare stehen zu Berge.

Zum Zeichen seiner Kraft ist Vajrapani mit einem Tigerfell umgürtet; in der linken Hand hält er eine Schlinge, mit der Vajrapani böse Geister fängt und festbindet. Daher auch sein Beiname “Der die Dämonen unterwerfende Herr”. Eine Schlange hängt ihm vom Hals, und in der rechten Hand hält Vajrapani einen Vajra.

Vajra (tib. Dorje) ist ein Symbol für die wahre Wirklichkeit (skrt. Shunyata). Er wird auch Diamantzepter genannt: Ein Diamant kann alles zerschneiden, bleibt aber selbst unzerstörbar und ist deshalb Sinnbild für das Unzerstörbare – wie die wahre Wirklichkeit ewig und unwandelbar ist. Der Vajra ist in der Bilderreihe sehr oft zu sehen. Prajnaparamita hält ihn in der Hand, ebenso Vajrasattva und Padmasambhava.

Vajrapani ist die Verkörperung kosmischer Energie und Macht. Wenn Avalokiteshvara für Mitgefühl und Manjushri für Weisheit steht, ist Vajrapani die Essenz universeller Kraft.

Der Anblick eines Kindes, das in einem Fluss zu ertrinken droht, mag Mitgefühl in uns entstehen lassen und den Willen, es zu retten. Vielleicht sind wir sogar so weise, die Ursache für das Unglück zu erkennen. Eine Rettung wird jedoch unmöglich, wenn wir krank oder zu schwach sind. Hinzukommen muss die Kraft, in den Fluss zu springen, um das Kind herauszuholen. Diese Kraft verkörpert Vajrapani. Obwohl er ein vollkommen erleuchtetes Wesen ist, inkarnierte er zu Lebzeiten des Buddha Shakyamuni als Mensch und wurde sein Schüler.


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