Das Leben des Buddha Shakyamuni (Siddharta)

Es war um die Mitte des 5. Jahrhunderts v.u.Z. als in Kapilavastu, einer Stadt im heutigen Nepal, ein Fürst mit Namen Suddhodana herrschte. Er entstammte der Adelsfamilie der Shakya. Seine Frau hieß Mayadevi. Eines Nachts träumte sie von einem weißen Elefanten, der vom Himmel herabkam und in ihren Körper “einging”. Seit jener Nacht war Mayadevi schwanger.

Als sie spürte, dass ihre Zeit gekommen war, machte sie sich auf den Weg nach Devadaka, dem Wohnsitz ihrer Eltern. Sie erhoffte sich den Beistand ihrer Mutter bei der Geburt. Doch in einem Park in der Nähe des Dorfes Sumkim setzten plötzlich die Wehen ein. Ein Salabaum neigte seine Äste, damit sie Halt fand, und sie gebar einen Sohn: Buddha Shakyamuni (Siddharta) trat aus ihrer rechten Hüfte aus, ohne seiner Mutter Schmerzen zu bereiten.
Daraufhin ging der Neugeborene sieben Schritte in alle vier Himmelsrichtungen, wobei er in jedem Fußabdruck eine Lotusblüte hinterließ.

Das Kind hob in jede Himmelsrichtung seine Hände und rief: “Ich bin der Größte der Welt und dies wird meine letzte Geburt sein. Ich werde das Leiden von Alter, Krankheit und Tod beenden.”
Sieben Tage nach der Geburt starb seine Mutter, und ihre Schwester Mahaprajapati trat an ihre Stelle. Der Raja Suddhodana trauerte um seine Frau, nahm aber auch mit Genugtuung wahr, dass ihm ein Sohn gebore worden war, denn er wollte ihn zu seinem Nachfolger machen. Doch seine Hofastrologen sagten ihm voraus, dass sein Sohn ein großer Menschenlehrer und Heiliger würde, wenn er die “Vier Zeichen” sähe.
Um dies zu verhindern, schuf er für seinen Sohn, dem seine Eltern de Namen Siddharta gaben, einen riesigen Palast, in dem Siddharta (Buddha Shakyamuni) von der Welt und all ihrem Elend und Leid ferngehalten wurde. Hier wuchs der Prinz heran, umgeben von Schönheit, Gesang und Tanz. Er wurde von den besten Lehrern in vielen Wissenschaften unterrichtet und zeichnete sich sowohl darin als auch in der Ausübung sportlicher Aktivitäten durch herausragende Leistungen aus. Im Alter von 16 Jahren heiratete Siddharta die schöne Prinzessin Yashodhara un 13 Jahre später gebar sie ihm einen Sohn. Sie nannten ihn Rahula.
Zu dieser Zeit verließ Buddha Shakyamuni (Siddharta) seinen Palast zum ersten Mal. Auf vielen Ausflügen sah er die “Vier Zeichen” aus der Prophezeiung der Hofastrologen. Beim ersten Ausflug sah Buddha Shakyamuni (Siddharta) in einer Nebenstraße einen Kranke, auf dem zweiten in einer Toreinfahrt einen Alten und auf dem dritte einen Toten, den man an einem Fluss verbrannte. Auf dem letzten Ausflug begegnete er einem Asketen.

Somit hatte Buddha Shakyamuni (Siddharta) die “Vier Zeichen” gesehen. In den ersten drei erkannte er die Ursachen allen Leids: Krankheit, Alter und Tod. In dem Asketen sah er die Lösung zur Aufhebung des Leids und seine eigene Bestimmung.
Obwohl er seinen kleinen Sohn über alles liebte, verließ Siddharta (Buddha Shakyamuni) den Palast während der Nacht und zog in die “Hauslosigkeit” (skr Pravrajyata). Er überquerte den Fluss Anoma, tauschte seine fürstliche Gewänder gegen die Kutte eines Asketen und schor sich die Haare. So wurde Buddha Shakyamuni (Siddharta) zu Shramana Gautama, “Gautama der Wandermönch”. Ganz jedoch konnte er seine Herkunft nicht verheimlichen, denn durch das Tragen schwerer Ohrringe waren seine Ohrläppchen so lang geworden, dass sie fast bis auf die Schultern reichten. Sie gelten seitdem als Zeichen der Weltentsagung und sind auf allen Buddha-Abbildungen zu sehen.
In einem Wald bei Urubilva ließ Buddha Shakyamuni (Siddharta) sich nieder und verfolgte den Weg der Askese auf extreme Weise. Er ließ sich Haare, Bart und Fingernägel wach­sen und nahm kaum noch Nahrung zu sich. Als fünf andere Asketen diese konsequente Haltung sahen, blieben sie als seine Jünger bei ihm.
Durch seine Übungen magerte Buddha Shakyamuni (Siddharta) völlig ab und wurde immer schwächer, bis sie ihn schließlich an den Rand des Todes brachten. Da erkannte er die Fruchtlosigkeit seiner Askese und nahm wieder Nahrung zu sich. Als seine Jünger dies sahen, wandten sie sich enttäuscht von ihm ab.
Daraufhin begab sich Gautama nach Bodh-Gaya und ließ sich unter einem Bodhi-Baum nieder. Buddha Shakyamuni (Siddharta) gelobte, sich nicht eher zu erheben, bis er die Erleuchtung erlangt hatte, und versank für neunundvierzig Tage in tiefe Meditation.
Als Mara, die Verkörperung aller Hindernisse auf dem Weg zur Erlösung, sah, dass dort ein Mensch saß, der sehr nahe an seinem Ziel war, schickte er dem Meditierenden die übelsten Träume und Visionen. Grässliche Monster erschienen und zeigten ihre Fratzen, Misstöne hallten durch die Lüfte und ein Heer von Teufeln schoss vergiftete Pfeile ab, aber sie verwandelten sich alle in Blütenblätter, die auf Gautama herabregneten. Mara sandte Blitz, Donner und Erdbeben, nichts jedoch konnte Gautamas tiefe Versenkung stören.
Da versuchte es Mara mit einer letzten List. Er schickte Rati, die Götti der Lust, und sie manifestierte sich als wunderschöne Frau. Doch als sie sich entkleidet hatte, um Gautama zu verführen, verwelkte sie plötzlich und wurde zu einer alten Greisin.
Doch Mara wollte sich nicht eingestehen, dass er besiegt war. Gautama berührte darum mit den Fingerspitzen der rechten Hand den Boden und rief die Erde zur Zeugin seines Erwachtseins.
Sthavara, die Erdgöttin, erschien und versicherte dem Erleuchteten: “Du bist der große Siegreiche, die Erde ist dein Zeuge.”
Da der nun zu einem Buddha erwachte Gautama nicht glaubte, das Erfahrene durch Worte anderen Menschen vermitteln zu können, verharrte er in tiefem Schweigen.
So sahen ihn seine früheren Asketenfreunde und bemerkten die Veränderung, die sich in Gautama vollzogen hatte. Es ging ein so starkes Leuchten und ein so tiefer Frieden von Buddha Shakyamuni (Siddharta) aus, dass sie überzeugt waren, er habe das große Ziel der Befreiung erreicht. Darum baten sie ihn, sein Schweigen aufzugeben und sie zu belehren, damit auch sie Erleuchtung erlangen könnten.
Aus tiefer Liebe und Mitgefühl für die Menschen setzte der Buddha das Rad der Lehre in Bewegung und gab seine erste Belehrung.

Er sprach über: Die vier Edlen Wahrheiten


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